Begegnungen & bleibende Erinnerungen

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AutorenbegegnungenHinter jedem Buch steckt ein Mensch aus Fleisch und Blut, der es geschrieben oder illustriert hat. Für uns erwachsene Leser ist das ganz klar – für Kinder ist es manchmal etwas Überraschendes. Doch große und kleine Bücherfreunde reagieren meistens gleichermaßen fasziniert, wenn sie eine Schriftstellerin oder einen Illustrator direkt treffen dürfen. Es ist eben etwas Besonderes, den wirklichen Menschen zu erleben, der hinter einer erfundenen Geschichte steckt.

Das weiß man auch im Amt für Bibliotheken und Lesen in Bozen. Dort werden seit nun schon 40 Jahren solche Begegnung zwischen Kindern und Autorinnen und Autoren gefördert. Lesewochen in Südtirol bedeuten: intensive Kontakte zwischen Schriftstellern aus dem ganzen deutschsprachigen Raum, die aufwändige Organisation von 140 Lesungen im Jahr auch in den kleinsten Bibliotheken und abgelegensten Schulen – und viele überraschende Begegnungen und Erlebnissen.

Mehr davon erzählen Helga Hofmann, Volker Klotz und Markus Fritz vom Amt für Bibliotheken und Lesen.

Bei der diesjährigen Frühlings-Autorenwoche Anfang April war unter anderem der für seine Sachbücher preisgekrönte Autor Manfred Mai zu Gast. Im zweiten Teil der Sendung erzählt er davon, wie er zum Schreiben kam und was er in seinen Büchern vermitteln möchte.

Forum Literatur“ am Samstag, 22. April ab 20.00 Uhr auf RAI Südtirol
(Wiederholung am Dienstag, 25. April um 21.00 Uhr)

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Aus dem Autoren-Gästebuch

N.C. Kaser – reloaded

Am 19. April 2017 wäre der Brunecker Dichter und Schriftsteller Norbert Conrad Kaser 70 Jahre alt geworden. Seine Gedichte und seine öffentlichen Auftritte haben in den späten 60er und 70er Jahren für Aufsehen – und Aufregung – in Südtirol gesorgt. Zu Lebzeiten galt er vielen als Störenfried, heute wird er oft als „Vater“ der neuen Südtiroler Literatur gefeiert.

Norbert-C.-kaserDoch wie aktuell ist Kaser für die heutige Zeit? Und was wäre aus ihm geworden, wenn er noch leben würde?

Diese Fragen haben die Initiatoren und Herausgeber eines neuen Buch-Projekts Südtiroler Autorinnen und Autoren aller Altersgruppen gestellt. Herausgekommen ist eine Sammlung von skurrilen, wütenden, ernsten und nicht ganz ernst gemeinten, heiteren und aktuellen Texten – ein Querschnitt durch die gegenwärtige Südtiroler Literaturszene: „endet denn der winter nie? – n.c.kaser zum 70. Geburtstag – Wortstiche Südtiroler Autorinnen und Autoren“ (Edition Raetia)

Für „Forum Literatur“ sprechen wir mit Sonja Hartner und Michaela Grüner von der Stadtbibliothek Bruneck, die hinter dieser Initiative stecken. Sie erzählen die Hintergründe zum Buchprojekt und stellen die Kaser-Schauvitrine näher vor, die einen besonderen Platz in der Bibliothek in Bruneck einnimmt.

Forum Literatur“ – Samstag, 8. April um 20.00 Uhr
(Wiederholung am Dienstag um 21.00 Uhr) auf RAI Südtirol

Intime Stadtansichten

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Der Schriftsteller Juri Andruchowytsch gehört zu den großen Namen der ukrainischen Literatur. Der 1960 Geborene ist Dichter, Romancier und politischer Essayist. Auch im deutschsprachigen Raum wird er geschätzt – Auszeichnungen wie der Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis, der Hannah-Arendt-Preis, der Leipziger Buchpreis zur Europäischen Völkerverständigung oder die Goethe-Medaille – sind ein Beleg dafür.

Im vergangenen Juni war Juri Andruchowytsch zu Gast beim Literatur-Festival „Weinlesen“ in Neustift. In unserem Gespräch damals hat er angekündigt, dass er an der Fertigstellung eines neuen Buches arbeitet. Vor kurzem ist es nun erschienen: „Kleines Lexikon intimer Städte„, so der Titel. Juri Andruchowytsch wird darin zum „poetischen Landvermesser“ (FAZ).

Bei „Forum Literatur“ stellen wir das Buch und den Autor vor und begeben uns an einige der insgesamt  39 Orte, die Andruchowytsch in seinen intimen Stadtporträts beschreibt.

Forum Literatur“ – zu hören am Samstag, 1. April ab 20.00 Uhr
und am Dienstag, 4. April ab 21.00 Uhr auf RAI Südtirol

Meran im Mittelpunkt

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Siegel

Meran feiert in diesem Jahr ein 700-jähriges Jubiläum. Das Gebiet um Ober- und Untermais war eigentlich schon in der Eisenzeit und von den Römern besiedelt; das Steinachviertel und die heutige Altstadt kamen später dazu.
Doch 1317 wurde erstmals eine eigene Stadtordnung erlassen. Diese Stadtordnung – vom Tiroler Landesherrn Heinrich von Kärnten und Tirol besiegelt – regelte die Privilegien und die Pflichten der Meraner Stadtbevölkerung. Sie stellt gleichzeitig auch das erste herrschaftliche Dokument dar, in dem der Ort Meran als „Stadt“ bezeichnet wird.

Ende Februar fand eine mehrtägige Tagung statt unter dem Titel „1317 – Eine Stadt und ihr Recht“.  Geschichtswissenschaftler, Archivare, Kunsthistoriker und andere Fachleute aus dem gesamten deutsch- und italienischsprachigen Raum präsentierten dabei ihre neuen Forschungsergebnisse zum mittelalterlichen Meran.

Für die Sendereihe „Unser Land“ konnte ich mit einigen Referentinnen und Referenten ein Gespräch aufzeichnen:

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  • Elmar Gobbi vom Stadtmuseum Meran und Gustav Pfeifer vom Südtiroler Landesarchiv erläutern die Schwerpunkte der Tagung, stellen besondere „Schätze“ des Museums vor und erklären, wie Siegel und Wappen der Stadt entstanden.
  • Der Archäologe Günther Kaufmann erzählt von der Siedlungsgeschichte im Meraner Raum zwischen Römerzeit und Frühmittelalter.
  • Der Kunsthistoriker Martin Laimer stellt die Stadtmauern, die Stadttore und die Architektur der Laubengänge genauer vor.
  • Die Historikerinnen Julia Hörmann Thurn und Taxis und Erika Kustatscher stellen die Meraner Gesellschaft und vor allem das Wirtschaftsleben der Stadt um 1317 vor.
  • Eva Maria Baur vom Stadtarchiv zeigt anhand der mittelalterlichen Feuerordnung, wie schwierig der Umgang mit Quellen für die Forscher sein kann.

Unser Land“ auf RAI Südtirol – am Donnerstag, 23. März ab 18.05 Uhr
(Wiederholungen am darauf folgenden Samstag und Sonntag)

Ein Maulwurf bin ich

Ich, unverwüstlich, sagt Salvatore, das Auto Totalschaden.

So beginnt der neue Foto-Erzähl-Kunstband von Hanna Battisti.
Sono una talpa, sai. Ein Maulwurf bin ich“ (arca edizioni) erzählt von einem Mann, der die Welt bereist und gesehen hat, was sie an Schönem und Schrecklichem zu bieten hat, und von einer Frau, die sich diesem Mann nähert, ihn liebt, von seinem Scheitern herausgefordert wird.

Der Maulwurf liebt die Dunkelheit, le tenebri.

In Worten und Fotographien erzählt Hanna Battisti von Grenzerfahrungen, von der Liebe und vom Tod. Für „Forum Literatur“ habe ich die Fotografin und Schriftstellerin zum Gespräch über ihr ungewöhnliches Buch getroffen.

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zu hören am Samstag, 18. Februar ab 20.00 Uhr auf RAI Südtirol
(Wiederholung am Dienstag, 21.2. ab 21.00 Uhr)

 

 

 

Ein Abenteuerroman

Beim Stichwort „Abenteuer“ denken wir üblicherweise an den großen Aufbruch, an exotische Schauplätze, atemberaubende Erlebnisse, heldenhaften Protagonisten. Die griechische Mythologie ist voller solcher Abenteuer, ebenso wie die Ritterromane des Mittelalters. Bei Jules Vernes gab es Wagnisse, Nervenkitzel und Risiko und natürlich auch bei Karl May. „Abenteuer“ – so könnte man vermuten – ist etwas, das im klassischen Roman fast immer nur Männern passiert.

buchcoverBeim Deutschen Buchpreis 2016 allerdings stand ein Buch auf der Nominierungsliste, das bewusst ironisch mit dem Begriff des „Abenteuers“ spielt.

Die Witwen“ – so der Titel des Romans von Dagmar Leupold. „Ein Abenteuerroman“ steht im Untertitel zu lesen.

Wir haben Heimweh nach etwas, das wir nicht kennen. Also müssen wir es suchen.

Bei „Forum Literatur“ stellen wir
am Samstag,  4. Februar das Buch näher vor.

Am warmen Ofen

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In der kalten Jahreszeit ziehen wir uns gerne gemütlich ins Warme zurück und fast nichts ist so heimelig wie ein Holzfeuer im Ofen. Über viele Jahrhunderte war auf den Bauernhöfen der Ofen das Herzstück des ganzen Hauses. Die Ofenbank und die Ofenliege waren – und sind immer noch – begehrte Plätze in der Winterszeit.

Die Bauernöfen haben im gesamten Tiroler Raum eine lange Tradition und Geschichte. In verschiedenen Tälern und Regionen haben sich recht unterschiedliche, ganz charakteristische Ofenmodelle entwickelt.

Der Nordtiroler Volkskundler Klaus Markovits (www.tirol-archiv.at) hat in jahrelanger Arbeit viele Bauernhäuser aufgesucht und all die verschiedenen Ofenformen erkundet. Die Ergebnisse seiner Arbeit hat er in einem schönen Bildband – erschienen 2016 im Verlag A. Weger Brixen – dokumentiert:

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Für die Sendung „Unser Land“ habe ich Klaus Markovits und seine Frau in ihrem Haus in Oberhofen im Inntal besucht. Beim Gespräch am Kachelofen – in der für Nordtirol typischen kubischen Form – erzählte Markovits von der Geschichte der Ofenkunst, von besonderen Formen, interessanten Zierelementen, charakteristischen Bestandteilen bei Öfen diesseits und jenseits des Brenners.
Einige besonders interessante Beispiele haben wir uns näher angeschaut:

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Unser Land“ – zu hören am Donnerstag, 26. Jänner
ab 18.05 Uhr auf RAI Südtirol

Ein Elephant in Brixen

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Bei unserer vor-weihnachtlichen Sendung von „Unser Land“ auf RAI Südtirol dreht sich diesmal alles um einen legendären grauen Dickhäuter, der im 16. Jahrhundert durch Südtirol zog, für großes Aufsehen sorgte und zum prominenten Namensgeber einiger bekannter Gasthöfe entlang seiner Route wurde: der Elefant Soliman.

In der Sendung stellen wir die Geschichte des Tieres vor und nehmen dazu auch Bezug auf das Bilderbuch von Margret Rettich Soliman der Elefant“ (Neuauflage im Verlag A. Weger, Brixen)

Mit dem Historiker Hans Heiss sprechen wir über sein Buch „Der Weg des Elephanten. Geschichte eines großen Gasthofs seit 1551“ und über die Geschichte seiner Familie, die das Hotel seit bald 250 Jahren führt.

Unser Land“ – Donnerstag, 22. Dezember ab 17.05 Uhr auf RAI Südtirol

Zeiten der Veränderung

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Mit der Dezember-Ausgabe an diesem Mittwoch ab 17.05 Uhr endet die Reihe „Thema Wissenschaft“ auf RAI Südtirol.
In diese letzte Sendung haben wir vieles hineingepackt:

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  • ein Gespräch mit der Historikerin Dr. Siglinde Clementi vom Kompetenzzentrum für Regionalgeschichte zur Vortragsreihe „Die Reformation. Eine 500-jährige Geschichte(einige der Vorträge sind auch als Videos im Internet verfügbar)
  • ein Gespräch mit der Theologin Prof. Anne Conrad aus Saarbrücken zu ihrem Vortag „Maria und Josef als Modell. Katholisches Leben nach dem Konzil von Trient“
  • eine Vorstellung des „brisantesten Sachbuchs 2016“: Fred Pearce – „Die neuen Wilden. Wie es mit fremden Tieren und Pflanzen gelingt die Natur zu retten (weitere preisgekrönte Sachbücher der letzten zwölf Monate finden Sie hier und hier)
  • in den Science bits geht es in himmlische und in höllische Sphären; u.a. stellen wir das „Teufelsmuseum“ von Kaunas in Litauen.


Die Wissenschaft ist der Verstand der Welt, die Kunst ihre Seele.
(Maxim Gorki)
Und egal, womit wir uns im Neuen Jahr lieber beschäftigen wollen –
ich wünsche uns viele, viele spannende Entdeckungen!

Technische Wunderwerke, naturnahe Genüsse

In der Dezember-Ausgabe von „Thema Lesen“ stellen wir unter anderem zwei neue Sachbücher vor:

20161110_2030322Technik in den Alpen. Von Seilbahnen, Staudämmen und Schneekanonen“ von Elfi Fritsche, Johanna und Josef Putzer

 

Die Kraft der (Südtiroler) Kräuter nutzen. 350 Rezepte und Tipps für Wohlbefinden, Schönheit, Küche, Haus und Garten“ von Irene Hager, Astrid Schönweger und Alice Hönigschmid

 

 

Bei beiden Büchern hatte ich die Gelegenheit, die Autorenteams persönlich zu treffen und mit ihnen über ihre wichtigsten Themen, ihre Arbeitsweise, die Recherche vor Ort (beim Wandern in der Natur, auf Reisen oder unterwegs im alpinen Gelände), die Illustrationen und Fotos, den Entwicklungsprozess des Buches insgesamt zu sprechen.

Thema Lesen“ – heute ab 17.05 Uhr auf RAI Südtirol