Festungen im Alt-Tiroler Raum

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Man kann von Landeck her Richtung Nauders fahren oder durch das Wipptal gegen Brixen zu – auf jeden Fall kommt man an beeindruckenden Bauten aus der Habsburgerzeit vorbei.
Bei Nauders ist es die Sperre Hochfinstermünz, bei Franzensfeste ist es die gleichnamige Festung. Und auch wer durchs Trentino fährt, findet Spuren der habsburgischen Befestigungsanlagen: in Riva del Garda, in Mattarella südlich von Trient oder auf den Berghängen von Lusern und Folgaria.

Für die Sendung „Unser Land“ begeben wir uns auf Erkundungstour zu einigen der Festungen im Alttiroler Raum. Der Historiker Hans Heiss erzählt uns mehr von der Franzensfeste, mit dem Archivar vom Kriegsmuseum in Rovereto Nicola Fontana sprechen wir über die Lavarone-Folgaria-Sperre.

Viele ausführliche Informationen zum Thema gibt es im gleichnamigen Sachbuch, das Gustav Pfeifer im Raetia Verlag herausgegeben hat.

Angeregt durch das Gespräch mit Nicola Fontana haben wir die warmen Sommertage genutzt, die Berghänge südlich vom Caldonazzo- und Levicosee zu besuchen. Vom Vezzena-Pass kann man auf den alten Militär- und Saumwegen zunächst zum Werk „Verle“ und danach zur Anlage auf der „Cima di Vezzena“ wandern.
Hier einige Fotos dazu:

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Unser Land“ ist zu hören am Donnerstag, 20. Juli ab 18.05 Uhr –
Wiederholung: Samstag ab 10.05 Uhr und Sonntag ab 14.05 Uhr

Yoga-Berichte aus Südtirol

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Die UNESCO hat es zum „immateriellen Kulturerbe der Menschheit“ erklärt, am 21. Juni ist ihm ein eigener „Welttag“ gewidmet: dem YOGA. Diese alte Tradition aus Indien erfreut sich längst auch im Westen großer Beliebtheit. Übungen wie der „Sonnengruß“, die Kobra oder der Baum sind vielen Menschen geläufig. Doch die Art, wie Yoga praktiziert werden kann, ist sehr vielfältig: sportliche Übungen gehören genauso dazu wie Entspannungstechniken, Lektüre und Meditation.

Yoga

In unserer Sendung „Lebenswert Gesundheit“ sprechen wir mit zwei erfahrenen Yoga-Lehrerinnen über die Vielfalt dieser alten Weisheitstradition. Erika Zelger aus Tramin erzählt von den philosophischen Grundlagen des yogischen Wegs, von Yoga im Freien und von Yoga und Älterwerden, Denise De Santi Überbacher aus Bozen berichtet über Atemtechniken im Yoga und über Yoga in der Schwangerschaft.

Viele Hinweise zu Yoga-Angeboten in Südtirol findet man unter: http://www.yogasuedtirol.com

zu hören: am Montag, 17. Juli ab 9.05 Uhr auf RAI Südtirol

„Ich kenne das Gefühl des gewollten Außenseitertums“

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Lena_Gorelik_auf_der_Leipziger_Buchmesse_neuZu Gast beim Festival WeinLesen in Neustift war Lena Gorelik, eine Schriftstellerin mit russisch-jüdischen Wurzeln. Sie hat aus ihrem neuen Roman Mehr Schwarz als Lila gelesen.

 

 

Jetzt ist uns diese Geschichte passiert, und jetzt liege ich hier. Und ich warte darauf, dass das Telefon klingelt. Das Telefon liegt neben dem Bett, und es schweigt. Der Boden ist Parkett. Warum Parkett? Über solche Dinge denke ich nach. Wollte meine Mutter Parkett, oder haben sie das Haus schon so gekauft, mit dem Parkett darin? Ich knabbere Pistazien und denke. Dann ziele ich mit den Pistazienschalen in eine Schüssel, die ich an die Tür gestellt habe. Oft treffe ich nicht. Oder bist du uns passiert? Diese Geschichte ist lang, und sie ist kurz, sie ist verwirrend und vertrackt, verworren ist sie auch, und manch einer würde vielleicht sagen, sie ist verrückt, aber ich nicht.

Nach ihrer Lesung auf dem Kuenhof haben wir für Forum Literatur ein Gespräch mit der Autorin geführt. Es geht darin um Familienbande, um komplexe Beziehungsgeflechte, um Außenseiter und um unterschiedliche Erinnerungskulturen.

Zu hören am Samstag, 8. Juli ab 20.00 Uhr –
Wiederholung: Dienstag, 11. Juli ab 21.00 Uhr

„Manchmal wird Verblüffendes aus meinen Büchern herausgelesen“

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20170610_143343 - KopieIm Rahmen des Literaturfestivals WeinLESEN in Kloster Neustift war der aus der Schweiz stammende Autor Jonas Lüscher zu Gast in Südtirol. Zum zweiten Mal – nachdem er ja bereits 2013 mit seinem Debüt Frühling der Barbaren unter den Teilnehmern am Franz-Tumler-Preis in Laas war.
In Neustift las Jonas Lüscher (links im Bild) aus seinem neuen Roman Kraft.

Kraft, der in den Fächern Volkswirtschaft, Philosophie und Germanistik eingeschrieben war, den man aber auch in Veranstaltungen der Historiker, Soziologen und Politologen als engagierter Hörer antreffen konnte, genoss zu dieser Zeit an der Freien Universität einen Ruf als brillanter Denker, als einer, der mit seinen dreiundzwanzig Jahren bereits fast alles gelesen hatte, was man gelesen haben musste, als einer jener Studenten, denen eine große akademische Karriere sicher war; aber weil er eben nur einer von jenen war, suchte er nach einem sicheren Mittel der Distinktion und wandte sich zu diesem Zweck dem Thatcherismus zu, einer weltanschaulichen Strömung, von der er sicher sein konnte, dass sie ihn in der Studentenschaft genügend isolierte, um fortan unter den Vielversprechenden als der verschrobenste Vielversprechende und damit auf geheimnisvolle Weise als der Vielversprechendste unter den Vielversprechenden zu gelten.

Für Forum Literatur haben wir ein Gespräch mit dem Autor geführt.
Zu hören am Samstag, 1. Juli ab 20.00 Uhr
(Wiederholung am Dienstag, 4.7. ab 21.00 Uhr)

 

Rund um den Johannis-Tag

In der Sendung „Unser Land“ auf RAI Südtirol dreht sich in dieser Woche alles um den Johannis-Tag.

Die Zeiten rund um die Sommersonnenwende sind seit alters her Anlass zur Freude und zum Feiern. Schon in vorchristlichen Kulturen begrüßte man den Sommer mit großen Feuern und Tänzen. Im Christentum gilt der 24. Juni ebenfalls als besonderer Freudentag: Es wird an die Geburt von Johannes dem Täufer gedacht. Ihm zu Ehren gibt es an diesem Tag viele Bräuche und Rituale. Zusammen mit dem Dekan von Bozen – Bernhard Holzer – begeben wir uns auf die Spur des letzten Propheten des Alten Testaments.

Deckengemälde St. Johann Kirche

Danach machen wir einen Abstecher in eine kleine Kirche in Bozen, die am 24. Juni ihr Patrozinium feiert: die Kirche St. Johann im Dorfe. Sie liegt etwas abseits vom Altstadtzentrum und gilt manchen als unentdecktes Kleinod. Der Kustos der Kirche – Alfred Pichler – öffnet die Tore für uns und stellt uns die Besonderheiten des Kirchleins vor. Hier wird nämlich sowohl der Täufer, als auch der Evangelist in besonderen Freskenzyklen gewürdigt.

Unser Land“ – am Donnerstag, 22. Juni ab 18.05 Uhr und in der Wiederholung am Samstag, ab 10.05 Uhr und am Sonntag, ab 14.00 Uhr

Im Zeichen der Nachhaltigkeit

Apfelbäumchen Schlanders

Ein Freund hat ihn einmal als „Landschaftsflaneur“ bezeichnet – als einen, der langsam und bewusst unterwegs ist und Zeit hat, den Dingen auf den Grund zu gehen. Und tatsächlich: Der Autor Ulrich Grober ist viel unterwegs gewesen. Zu Fuß beim Wandern, auf Reisen und in der Welt der Literatur. Überall hat er dabei „Tiefenbohrungen“ vorgenommen – wie er sagt.
Was Ulrich Grober erforscht, das ist das „gute Leben“ – ein Leben getragen vom respektvollen Umgang mit Mutter Natur, mit den anderen, mit sich selbst.
In seinen Büchern (Die Entdeckung der Nachhaltigkeit, Vom Wandern, Der leise Atem der Zukunft), Essays und Reportagen unternimmt er seit Jahrzehnten philosophisch-literarische Erkundungen. Dass er dabei Natur und Kultur, Traditionen und ungewöhnliche Neuansätze zusammendenkt, ist kein Widerspruch. Im Gegenteil: Nur so können neue Wege für eine bessere Zukunft sichtbar werden.

Vor kurzem war Ulrich Grober zu Gast in Südtirol. Für „Forum Litertatur“ haben wir mit dem „Experten für Nachhaltigkeit“ ein Gespräch geführt.

zu hören bei „Forum Literatur“ – Samstag, 3. Juni ab 20.00 Uhr
Wiederholung am Dienstag, 6. Juni ab 21.00 Uhr

Eine Katze ist immer mit dabei

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20160723_170940Es sind zwei Dinge, die den Autor Peter Henisch begeistern: die Gesellschaft von Katzen und der Ausblick aus dem Fenster. Und beides hat er – im Lauf seines über 70jährigen Lebens – nach Möglichkeiten ausgekostet.
Suchbild mit Katze“ ist auch der Titel seines jüngsten, 2016 erschienen Romans. Er ist, wie so vieles im Werk von Peter Henisch, autobiographisch gefärbt. Beim Publikum und bei Kritikern ist „Suchbild mit Katze“ gut angekommen. So gut, dass das Buch es bis auf die Shortlist zum Österreichischen Buchpreis geschafft hat.

Bei „Forum Literatur“ am 13. Mai ab 20.00 Uhr stellen wir den katzenliebenden Autor und sein Buch näher vor.

Die jüdische Geschichte Merans

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Die Kurstadt Meran würde heute wohl ganz anders ausschauen ohne ihre einstigen jüdischen Bürger. Sie wäre weniger elegant, sie hätte weniger Charme. Und einige der vornehmen Palais und noblen Villen wären wohl auch nicht gebaut worden. Auch ihren Ruf als Kurstadt verdankt die Stadt unter anderem einigen jüdischen Ärzten. Sie haben im 19. Jahrhunderts kräftig die Werbetrommel gerührt für Merans legendäre Trauben; sie haben Sanatorien eröffnet und den Kur-Tourismus entwickelt.

Villa Balog Meran oldfashioned light

ehemalige „Villa Balog“

Wer heute durch Meran streift, bestaunt vielleicht die schönen Fassaden oder bewundert die eleganten Parks. Nicht immer aber wissen die Besucher, dass sich in diesen Gebäuden einst das vielfältige Leben der jüdischen Mitbürger Merans abgespielt hat.

 

In diesem Frühjahr haben das jüdische Museum und die Volkshochschule zwei „Stadtspaziergänge auf den Spuren jüdischen Lebens in Meran“ veranstaltet. Geleitet wurden sie von Sabine Mayr und von Joachim Innerhofer, dem Direktor des jüdischen Museums. Die beiden Historiker haben die Geschichte der Juden in Südtirol erforscht; 2014 ist ihr Buch „Mörderische Heimat“ im Raetia-Verlag erschienen.

Wir waren für „Unser Land“ bei einem der Stadtspaziergänge mit dabei.

zu hören: Donnerstag, 27. April ab 18.05 Uhr
(Wiederholung am Samstag ab 10.05 Uhr und Sonntag ab 14.05 Uhr)

Begegnungen & bleibende Erinnerungen

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AutorenbegegnungenHinter jedem Buch steckt ein Mensch aus Fleisch und Blut, der es geschrieben oder illustriert hat. Für uns erwachsene Leser ist das ganz klar – für Kinder ist es manchmal etwas Überraschendes. Doch große und kleine Bücherfreunde reagieren meistens gleichermaßen fasziniert, wenn sie eine Schriftstellerin oder einen Illustrator direkt treffen dürfen. Es ist eben etwas Besonderes, den wirklichen Menschen zu erleben, der hinter einer erfundenen Geschichte steckt.

Das weiß man auch im Amt für Bibliotheken und Lesen in Bozen. Dort werden seit nun schon 40 Jahren solche Begegnung zwischen Kindern und Autorinnen und Autoren gefördert. Lesewochen in Südtirol bedeuten: intensive Kontakte zwischen Schriftstellern aus dem ganzen deutschsprachigen Raum, die aufwändige Organisation von 140 Lesungen im Jahr auch in den kleinsten Bibliotheken und abgelegensten Schulen – und viele überraschende Begegnungen und Erlebnissen.

Mehr davon erzählen Helga Hofmann, Volker Klotz und Markus Fritz vom Amt für Bibliotheken und Lesen.

Bei der diesjährigen Frühlings-Autorenwoche Anfang April war unter anderem der für seine Sachbücher preisgekrönte Autor Manfred Mai zu Gast. Im zweiten Teil der Sendung erzählt er davon, wie er zum Schreiben kam und was er in seinen Büchern vermitteln möchte.

Forum Literatur“ am Samstag, 22. April ab 20.00 Uhr auf RAI Südtirol
(Wiederholung am Dienstag, 25. April um 21.00 Uhr)

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Aus dem Autoren-Gästebuch

N.C. Kaser – reloaded

Am 19. April 2017 wäre der Brunecker Dichter und Schriftsteller Norbert Conrad Kaser 70 Jahre alt geworden. Seine Gedichte und seine öffentlichen Auftritte haben in den späten 60er und 70er Jahren für Aufsehen – und Aufregung – in Südtirol gesorgt. Zu Lebzeiten galt er vielen als Störenfried, heute wird er oft als „Vater“ der neuen Südtiroler Literatur gefeiert.

Norbert-C.-kaserDoch wie aktuell ist Kaser für die heutige Zeit? Und was wäre aus ihm geworden, wenn er noch leben würde?

Diese Fragen haben die Initiatoren und Herausgeber eines neuen Buch-Projekts Südtiroler Autorinnen und Autoren aller Altersgruppen gestellt. Herausgekommen ist eine Sammlung von skurrilen, wütenden, ernsten und nicht ganz ernst gemeinten, heiteren und aktuellen Texten – ein Querschnitt durch die gegenwärtige Südtiroler Literaturszene: „endet denn der winter nie? – n.c.kaser zum 70. Geburtstag – Wortstiche Südtiroler Autorinnen und Autoren“ (Edition Raetia)

Für „Forum Literatur“ sprechen wir mit Sonja Hartner und Michaela Grüner von der Stadtbibliothek Bruneck, die hinter dieser Initiative stecken. Sie erzählen die Hintergründe zum Buchprojekt und stellen die Kaser-Schauvitrine näher vor, die einen besonderen Platz in der Bibliothek in Bruneck einnimmt.

Forum Literatur“ – Samstag, 8. April um 20.00 Uhr
(Wiederholung am Dienstag um 21.00 Uhr) auf RAI Südtirol